Sead Mehic - „Die Eintracht zu verlassen war mein größter Fehler“

Von Thorsten Siegmund

mehicDas Trainingsspiel dauert keine zwei Minuten, da pustet Sead Mehic erstmals in seine Trillerpfeife und unterbricht die Partie. Der vorgetragene Spielzug passt ihm nicht. Mehic gestikuliert, korrigiert die Laufwege. Er zeigt an, wohin der Ball hätte gespielt werden sollen, er verschiebt seine Spieler. Der 39-Jährige ist dick eingepackt, die blaue Trainingsjacke schützt ihn vor der Kälte. Ein Wunder, dass auf dem roten Ascheplatz bei diesen Temperaturen überhaupt trainiert werden kann. Hier auf dem Gelände des Gruppenligisten SG Bad Soden. Im Frühjahr soll ein neuer Kunstrasenplatz entstehen, doch das ist Zukunftsmusik. Bis dahin wird hier trainiert - zumindest in der Winterzeit. Inzwischen haben die Amateurkicker verstanden, was Mehic ihnen sagen will. Ein weiterer Pfiff und der Ball rollt wieder. Der Spielzug gelingt. Mehic klatscht, er motiviert. Er lebt seine neue Rolle, genau wie früher, als er noch Spieler war.

Und dabei macht er das, was er nie machen wollte. Er ist Trainer. Eine Aufgabe, die ihn eigentlich nicht gereizt hat - nicht in der heutigen Zeit. „Die meisten Spieler sind viel verwöhnter als früher“, sagt er. „Sie suchen die Fehler überall, nur nicht bei sich selbst.“ Deshalb will er nach seiner aktiven Laufbahn und 166 Einsätzen in der 2. und 3. Liga lieber am Schreibtisch arbeiten, in der Organisation oder als sportlicher Leiter eines Klubs. Hauptsache Fußball, davon kann er einfach nicht lassen. „Wenn man 20 Jahre mit dem Sport sein Geld verdient hat, will man das auch weitermachen. Da hängt das Herz einfach dran.“ Er bereitet sich gewissenhaft vor, schließt vor fünf Jahren, noch während seiner aktiven Zeit, ein Fernstudium in Sportmanagement ab. Doch das allein garantiert noch keinen Job. „Als Spieler hat man es da einfacher, davon braucht jeder Klub mehr als zwei Dutzend. Um den Einstieg als Manager schaffen zu können, braucht man auch ein bisschen Glück.“ Es gibt Gespräche mit einigen Vereinen, doch konkret wird nichts. 

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