Klaus Schlappner: Der Fußball-Kaiser von China

Von Martin Batzel

schlappnerKlaus Schlappner muss nicht suchen. Er weiß, wo das gute Stück liegt. In einem Schrank in der Diele, oberste Schub­lade, verpackt zum Schutz mit Einschlagpapier, damit die ­Banderole nicht leidet – es ist das Originalteil, ohne das es Anfang der achtziger Jahre kaum ein Foto von ihm gibt. Damals war es undenkbar, dass der Trainer des SV Waldhof Mannheim ohne seinen Pepitahut erscheint.  Ebenso wie sein kurpfälzer Dialekt wird die Kopfbedeckung mit schwarz-weißem Karomuster vor gut 30 Jahren zum Markenzeichen. Die Frage ob stylisches Accessoire oder eher modisches Versehen war Klaus Schlappner ebenso gleich wie Konrad Adenauer mehr als zwei Jahrzehnte zuvor. Der erste Kanzler der Bundesrepublik und der Trainer des SV Waldhof sind die beiden populärsten deutschen Pepita-Hut-Träger.
Das Anwesen der Familie Schlappner liegt ruhig im Wald, mitten im hessischen Ried, gelegen zwischen den Gemeinden Biblis und Einhausen. Die Gegend ist auch bekannt durch das benachbarte Atomkraftwerk und guten Spargel. Hier empfängt Schlappner Besucher, internationale Delegationen, Journalisten, bittet sie zum Gespräch in den dezent gestalteten Wintergarten mit einer gemütlichen Rattan-Sitzecke. Heute gibt’s Wasser oder Saft. „Kaffee kann ich nicht anbieten, meine Frau ist in Urlaub.“ Es irrt, wer glaubt, daraus Schlüsse über die Aufgabenteilung im Schlappnerschen Haushalt ableiten zu können. Es ist nur so: Er war noch nicht einkaufen. Ein, zweimal in der Woche geht’s in den Supermarkt. Das muss genügen. „Wir haben einen großen Vorratsraum. Und die Natur außenherum gibt uns auch viel.“ Die Natur und die Ruhe des Waldes sind ­Schlappners Aufladegerät, wenn es mal nicht rund läuft wie vor zwei Jahren, als er eine große Herzoperation überstand.


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