Rudi Gutendorf: Kicken statt Kiffen – mit dem Fußball um die Welt

Rudi Gutendorf: Kicken statt Kiffen – mit dem Fußball um die Welt

gutendorfMit 90 Jahren hat Rudi Gutendorf noch Pläne: „Ich bin geil darauf, wieder etwas tun zu können.“ Mit Fußball müsse es zu tun haben. „Weil das mein Leben ist. Ich habe nie etwas anderes gemacht. Diese Challenge ist mein Leben.“ Einen Trainerjob aber schließt Gutendorf für sich aus. „Das gehört sich in meinem Alter nicht mehr.“ Tipps hat er trotzdem. Darmstadt 98 beispielsweise empfiehlt er im Abstiegskampf „hundsgemeine Deckungsarbeit“, eine „Doppeldeckung und Härte bis an die Schmerzgrenze““. Wessen Schmerzgrenze - ob die des Gegners oder Verursachers - lässt Rudi Gutendorf unerklärt, aber er meint wohl beide und warnt: „Keine gemeinen Fouls, die will das Publikum nicht sehen“. Schiedsrichter wollen das auch nicht.

„Mein Problem ist nicht, dass ich zu alt bin, sondern mich zu jung fühle. Als Mentor könnte ich gut arbeiten.“ Mentoren sind Berater, die ihr Wissen meist an jüngere Menschen mit weniger Erfahrung weitergeben. Im Bundesligageschäft wäre es ein Experiment. Im privaten Bereich klappt das bei den Gutendorfs daheim in Neuwied ganz gut. Gutendorfs Sohn Fabian ist 26 Jahre alt. Gutendorfs australische Frau Marika 54; als Marika und Rudi  zusammen kommen, ist sie 18, er über 50. Gutendorf bezeichnet seine Frau als „,meinen Fixpunkt“, bekennt aber auch, dass „wir heute öfter zusammenrasseln als früher“. Denn: „Ich war voller Ideen und Initiative, aber ich bin eben nicht mehr der gleiche wie mit 30 oder auch 50.“



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Slobodan Komljenovic: „Ich gewinne lieber 5:4 als 1:0“

Von Nils Malzahn



Es läuft schon die Nachspielzeit, als sich Slobodan Komljenovic ein letztes Mal auf den Weg in den gegnerischen Strafraum macht. Es gibt Eckball. In diesem Moment weiß er, dass seine Qualitäten, die er als 1,89 Meter großer Hüne im Kopfballspiel mitbringt, noch einmal von großer Bedeutung anderen Spieler schon nervös durch den Strafraum wuseln, bleibt Komljenovic seelenruhig stehen. Als sein Mitspieler an der Eckfahne anläuft und den Ball berührt, ahnt der gebürtige Frankfurter schon, an welcher Stelle sich das runde Spielgerät im Strafraum absenken wird. Komljenovic schleicht sich weg zum langen Pfosten und trifft von dort zum 3:3-Ausgleich. Der Schiedsrichter pfeift die Partie wenige Augenblicke später ab – Komljenovic ist der gefeierte Mann. Es klingt wie der Rückblick auf die Szene eines Fußballspiels, das weit in der Vergangenheit liegt. Als hätte man eine alte Videokassette aus den 90er-Jahren herausgekramt oder sich im Fernsehen eine der Sendungen angeschaut, die noch einmal die Erinnerungen an legendäre Begegnungen der Fußballgeschichte aufleben lassen. In diesem Fall ist das anders. Das entscheidende Tor, das Komljenovic mit seinem schulbuchmäßigen Kopfball erzielt, datiert vom 6. März 2016. Slobodan Komljenovic ist 45 Jahre alt und sichert dem FC Tempo in der Kreisoberliga Frankfurt einen wichtigen Punkt im Heimspiel gegen den FFV Sportfreunde 04.



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Christian Wetklo: Ein Traum in Blau und Weiß

Von Martin Batzel

Die Geschichte um sein erstes Auto verdeutlicht, wie Christian Wetklo „tickt“. Er ist 19, borgt sich bei Oma und Opa 2000 Mark, um die Investition stemmen zu können. Erst nach zwei Jahren ist die Rückzahlung fällig. Christian Wetklo erinnert sich an die Details des ersten Autodeals genau: „Ein VW Polo CL Coupé, Baujahr 1991, mit 1300 Kubikzentimetern Hubraum und 50 000 Kilometer auf dem Tachometer.“ Er kauft den Wagen 1999 für knapp unter 7000 Mark, fährt ihn sieben Jahre lang. „Ab und an blieb der Polo stehen, aber er war gut für sein Geld.“ 200 000 Kilometer sind am Ende drauf. Wetklo hätte den Wagen behalten, ihm genügt das Fahrzeug völlig. Es ist kein Statussymbol, eher ein Mittel zur Fortbewegung. Einzig Wetklos Mitspieler nerven irgendwann. Ihre Reaktionen auf den Kleinwagen liegen irgendwo zwischen peinlich berührt, mitfühlend und spöttisch-abwertend. Ein Händler bietet 150 Euro für die Karosse, Wetklo verkauft schließlich.
Christian Wetklo»» Den kompletten Artikel finden Sie in unserer Aktuellen Ausgabe des Anstoss