SG Wattenscheid 09: Nach der Ära Steilmann

Wattenscheid 09Von Martin Batzel



„WAT“ hätte sich Klaus Steilmann über den 13. November 2012 gefreut. Für den bescheidenen Patriarchen alter Schule wäre es ein Feiertag gewesen. Endlich gab es die Befreiung für alle, die nach mehr als einem Vierteljahrhundert der Knechtschaft und Knute mit „BO“ für Bochum, dem Kennzeichen der Kernstadt, herumfahren zu mussten. 27 Jahre zuvor hatte der nordrheinwestfälische Landtag im fernen Düsseldorf eine harte Entscheidung getroffen: „WAT“ muss weg. Für Wattenscheider Lokalpatrioten wie Klaus Steilmann, den Präsidenten der SG Wattenscheid 09, war der Verlust der Eigenständigkeit, die Eingemeindung nach „BO“, der Verlust des geliebten Kfz-Kennzeichens „WAT“ für Wattenscheid im Jahr 1975 eine Schmach. Nicht nur Wattenscheider fragten sich damals, „WAT“ dat denn eigentlich soll? Steilmann leistete aktiven Widerstand gegen das „BO“, meldete seine Fahrzeuge in Essen an, wollte – wenn schon kein „WAT“ möglich war – lieber ein „E“. Den großen Sieg des Wattenscheider Widerstands gegen die zwei Buchstaben „BO“ bekam er nicht mehr mit. Drei Jahre zuvor starb er – in Bochum.

Der Konflikt, der auch auf Kfz-Kennzeichen sichtbar war,
wurde auf andere Plätze verlagert und wird es auch heute noch. Wenn die SG Wattenscheid 09 heute gegen den VfL Bochum spielt, dann gibt es neben hässlichen Szenen auch lustige Gesänge. So forderten Fans des VfL beim Derby ihrer U 23 im ungeliebten Stadtteil zur Melodie des Klassikers „Go West“ auf: „Sucht euch eine eigene Stadt, sucht euch eine eigene Stadt“. Wie gerne würden die Wattenscheider das umsetzen, aber sie dürfen ja nicht.



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