FC 08 Homburg - Gelebte Tradition ohne den Brausebullen

Von Martin Batzel
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 Die Marktanalyse ist schon ein paar Jahre her. Es hätte eine Wende an dem traditionsreichen Fußball-Standort im Saarland bedeuten können. Hinter der Idee stand die Frage: Sind die Strukturen in der Region, in Homburg und beim FC 08 geeignet für das Vorhaben des Getränkeproduzenten Red Bull? Die Antwort der Marktanalyse war eindeutig: Nein. Weil Alleinstellungsmerkmal und Einzigartigkeit fehlen. So wird das Projekt seit 2009 gut 500 Kilometer entfernt in Leipzig realisiert. Dort stimmen die Strukturen. Dort sind Not und Frust in der Fußball-Diaspora größer als im kleinen Saarland mit seiner hohen Dichte an ehemals hochklassigen Klubs: Von Saarbrücken nach Pirmasens dauert es nicht einmal eine Stunde mit dem Auto. Gut, Pirmasens liegt zwar in der Pfalz, die Zugehörigkeit zu einem anderen Bundesland war für die Erhebung nicht so wichtig. Eher schon, dass man bei gemäßigter Geschwindigkeit auch nach Neunkirchen, Völkingen, Elversberg und Trier kommt, nur eine Liga zwischen den Vereinen und ihren Spielstätten liegt. Homburgs Vorsitzender Herbert Eder fasst die Situation des Fußballs im Saarland so zusammen: „Im Breitensport steht das Saarland gut da, im Spitzensport gibt es Defizite.“

In der Region fehlt es im Fußball also an Hierarchie, ein Heilsbringer hätte es hier wegen der zu erwartenden Widerstände schwer. Eder sieht die Ursachen für die große Breite und schmale Spitze in persönlichen Versäumnissen handelnder Personen und nennt als Beispiel den 1. FC Saarbrücken. Der könne längst in der zweiten Liga spielen und somit das Saarland repräsentieren: „In Saarbrücken schei­terten sie an ihrer eigenen Zerrissenheit.“

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