Rot-Weiss Essen – Der Klub der ehrlichen Arbeit

Von Martin Batzel

essenHeinz Pohl hat schon viel erlebt. 1939, als der zweite Weltkrieg begann, war er 18. Als die ­Mauer 1961 gebaut wurde, feierte er „Bergfest“, wurde 40. Sie fiel, als er gerade in Rente gegangen war. Heinz Pohl hat viel gesehen - auch die große Zeit, als Rot-Weiss Essen bis zu acht Nationalspieler stellte. Heinz Pohl feierte mit RWE den ­Gewinn des DFB-Pokals 1953 und zwei Jahre später die deutsche Meisterschaft. Da war er Anfang 30. Heute ist er der älteste Fan bei Heimspielen von Rot-Weiss Essen. Der Mann verkörpert,  was RWE ausmacht: „Unendlich treue, positiv verrückte Fans“, wie es ­Trainer Marc Fascher beschreibt.  „Unsere Auswärtsspiele sind zu 95 Prozent Heimspiele.“ Auch Heinz Pohl fährt immer mit. Er ist 93 Jahre alt.

Heinz Pohl sitzt im Rollstuhl. Aber er ist trotzdem da, zu allen Jahreszeiten, eingepackt  mit dicker Decke und Fanschal, immer dabei, daheim und auswärts. Lothar Dohr, hauptamtlicher Fanbeauftragter bei RWE, holt ihn dann ab, gemeinsam mit Pohls Sohn fahren sie dann die Stadien der Regionalliga West ab – Siegen, Verl, Lotte, Wattenscheid, Wiedenbrück und auch Hennef 05.

Pohl war schon bei RWE, als die Gegner noch Borussia Dortmund und Schalke 04 hießen, der Klub in der Oberliga West spielte, auf dem Platz später Horst Hrubesch und Frank Mill gefeiert wurden. Pohl sah Helmut „Boss“ Rahn in Echtzeit, wie er im Stadion an der Hafenstraße Bälle verteilte und Tore schoss. Es waren die Fünfziger und besten Jahre von RWE. Respektlos würde man Pohl als ein Relikt von Rot-Weiss Essen bezeichnen. Das aber hat er nicht verdient, eher An­erkennung für so viel Treue.

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