Regionalliga – Aufstieg trotz leerer Kasse

Regionalliga – Aufstieg trotz leerer Kasse


von Nico Porges

KSV-Baunatal Wenn man sich von der Rhein-Main-Neckar-Region auf den Weg in Richtung Baunatal macht, dann werden Erinnerungen wach. Dunkle Erinnerungen. Zumindest bei Männern, die noch ihren Dienst am Volk bei der Bundeswehr leisteten. Die unheilvollen Namen der Autobahnabfahrten entlang der A5 und der A7 wie Schwalmstadt, Schwarzenborn oder Fritzlar haben Generationen von jungen Menschen traumatisiert und tun es womöglich immer noch. Erst wenn man sich davon befreit, wird man der Region, die man gerade durchfährt, gerecht. Denn tatsächlich ist die nordhessische Gegend, mit der drittgrößten hessischen Stadt Kassel als Mittelpunkt, landschaftlich eine Augenweide. Wunderschöne waldreiche Mittelgebirge und beschauliche Dörfer mit viel Fachwerk gibt es zu bestaunen und auch sportlich gesehen ist Nordhessen kein weißer Fleck auf der Fußballlandkarte. Bestes Beispiel hierfür ist der KSV Baunatal. Dessen erste Mannschaft wurde letzte Saison Hessenmeister, gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest.

Ein Mann,der sich dafür mitverantwortlich zeichnet, ist der Leiter der Fußballabteilung, German Jaeschke. An diesem Nachmittag im August sitzt er auf der Terrasse des Bistros in der KSV Sportwelt, der Zentrale des Gesamtvereins mit schniekem Fitnessstudio und Geschäftsstelle. Es ist heiß und unangenehm schwül, ein Gewitter liegt in der Luft. Jaeschke ist ein gefragter Mann, ständig klingelt sein Telefon. Einmal geht es um eine Dauerkarte für Sponsoren, ein anderes Mal um organisatorische Dinge rund um das nächste Regionalligaheimspiel. Es gibt viel zu tun, nachdem der KSV nun wieder in der vierthöchsten deutschen Spielklasse mitmachen darf. Jaeschke macht den Job wie die meisten seiner Mitstreiter ehrenamtlich, viel Herzblut und Leidenschaft ist dabei. Er selbst hat bereits in der Jugend beim KSV gespielt, seit dieser Zeit ist er dem Verein eng verbunden. Seit Februar 2013 ist er offiziell der erste Mann der Fußballer. Die erste Phase seiner Amtszeit hatte es in sich. Doch langweilig war es auch früher schon nicht. Der KSV Baunatal kann auf eine lange und abwechslungsreiche Historie zurückblicken. 1892 gegründet, damals noch als Turnverein unter dem Namen „Gut Heil“ in der Gemeinde Altenritte. Es folgten weitere Vereinsgründungen in den Ortsteilen Altenbauna und Kirchbauna, bis 1964 durch einen Zusammenschluss der heute bekannte Kultur- und Sportverein Baunatal e.V. entstand.