SV Wiesbaden 1899: Vor dem Absturz in die Gruppenliga

Von Martin Batzel



Wenn sportlicher Erfolg dazu führt, dass ein Verein in der nächsten Saison vielleicht zwei Klassen tiefer spielt, ist offensichtlich an anderer Stelle innerhalb des Klubs jede Menge schief gelaufen. Trainer Djuradj Vasic bringt die Lage des SV Wiesbaden auf den Punkt: „Wir haben mit dem sehr guten sportlichen Abschneiden die Vereinsstrukturen überfordert.“ Nachgebessert wird auch nicht. Die Regel, dass nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investiert werden muss, ist nicht so neu. Noch spielt der SV Wiesbaden in der Hessenliga. Das ist die fünfte Klasse von oben und für die Vereinshistorie mit Zwangsabstiegen, Neubeginn ganz unten sowie einer drohenden Insolvenz recht ordentlich. Bis zum 15. Mai haben die Verantwortlichen noch Zeit, dann muss die Meldung beim Fußball- Verband vorliegen, ob der Klub freiwillig zurückzieht. Sponsoren zu gewinnen. Aber wer kann und will die Lücke stopfen, die Hauptsponsor Andreas Reich mit dem Rückzug des wichtigsten Geldgebers, seines Unternehmens Kartina TV, schafft? Ohne Reich, in Personalunion Hauptsponsor und Präsident, wird dem Verein nur mit Reichs Euro-Zahlungen möglich. 500 000 Euro beträgt der Etat der Wiesbadener für die laufende Hessenliga-Spielzeit, den größten Teil gibt der Unternehmer, den derzeit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wegen Verstöße gegen Urheber- und exklusive Vermarktungsrechte nerven. Nicht alles, was Reichs TV-Kanäle bieten, soll in Ordnung gewesen sein. Seine Firma soll illegales Bezahlfernsehen betrieben haben. Ausgang offen. Fest steht sein Rückzug beim SV Wiesbaden am Saisonende. Dann enden vier Jahre Sponsoring. „Es war ein Projekt, und es war insgesamt erfolgreich“, sagt Vasic. Haber macht weiter und sucht nach Nachfolgern, die ähnlich wie Reich bereit sind, alleine oder zusammen eine sechsstellige Euro-Summe zu investieren.



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