Alemannia Aachen: alte, neue Liebe

Von Martin Batzel

Der alte Tivoli lebt nur noch in der Erinnerung, aber wie. „Das ging schon in der Spielerkabine los. Da hast du schon die tobenden Fans über dir gehört.“ Alexander Klitzpera hat erlebt, wie es ist, wenn das Stadion im realen Wortsinne bebt, die Tribüne leicht wackelt, die Spieler schon beim Aufwärmen auf dem Rasen die Druckwellen aus dem S-Block spüren. Es ging noch weiter. Im schmalen Gang von den abinen nach draußen ins Stadion hingen rechts mit Aluminium verkleidete Heizungsrohre. Auf der Seite standen immer die Alemannia- Spieler, hämmerten im Takt, den die Fans vorgaben, an die Rohre. Es war Teil der psychologischen Kriegsführung vor dem Anpfiff und gleichzeitig legales Aufputschmittel als Vorbereitung auf den folgenden Wahnsinn. Der Flur, vielleicht eineinhalb Meter breit, ließ nicht viel Raum. Die Spieler beider Mannschaften, gleich wieviel sie verdienten, standen eng und Schulter an Schulter. „Natürlich gab es da immer wieder einen Schubser. Das war gewollt, wir wollten zeigen, wer der Herr im Haus ist. Man zeigt seine Dominanz von allen Seiten.“ So gewann Aachen dreimal hintereinander gegen Bayern München. Bei einem Sieg schoss Klitzpera sein einziges Bundesligator. Es war das 1:0 in der 10. Minute am 17. Februar 2007. Ein Poster in Großformat von Klitzperas Jubel hängt heute am Eingang zu den Geschäftsräumen im neuen Stadion.

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