VfR Bürstadt: „Kleine Stadt im großen Fußball“

Von Martin Batzel

buerstadtNostalgie kann schmerzen; aber so richtig. Wer sich bei einem Besuch des VfR Bürstadt nicht gänzlich von Empathie befreit durch das Stadion bewegt, riskiert am Ende der Zeitreise die fast schon melancholische Erkenntnis: „Früher war alles besser.“

Ortstermin in Bürstadt, Südhessen, mitten im Ried gelegen, zwischen Rhein und A67, 16 050 Einwohner und fünf Fußballvereine; zwei in der Kernstadt und drei verteilt auf zwei Stadtteile. Fünf Klubs sind wirklich viele und alle spielen unterklassig. Warum schließt man sich nicht zusammen? „Beim VfR Bürstadt fand sich keine Mehrheit. Die Fusion wird aber kommen, sie kann nicht ausbleiben“, sagt VfR-Vorstandsmitglied Franz-Josef Eitge. Er kümmert sich heute um die Finanzen und ist schon lange dabei; auch als der Verein vor wenigen Jahren den Ideen eines angeblichen Heils- und Geldbringers folgt. Über das Thema spricht Eitge nicht so gerne. Das merkt man schnell. Die Frage, ob der Vorstand vielleicht naiv gehandelt habe, weist er zurück. Manfred Hönig verspricht damals sportlichen Erfolg, Geld, Sponsoren, Aufstieg, keinen Reichtum, aber neuen, großen Ruhm. Das tut dem strapazierten Selbstbewusstsein beim Ex-Zweitligisten sicherlich gut. Aber Hönigs Versprechen und unlauteres Geschäftsgebaren bringen den VfR erst bis an den Rand der Hessenliga und dann in die Schlagzeilen. Andere Geschäftspartner bringt der Fehler, mit Hönig Geschäfte zu machen, die Privatinsolvenz.

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SV Wiesbaden 1899: Vor dem Absturz in die Gruppenliga

Von Martin Batzel



Wenn sportlicher Erfolg dazu führt, dass ein Verein in der nächsten Saison vielleicht zwei Klassen tiefer spielt, ist offensichtlich an anderer Stelle innerhalb des Klubs jede Menge schief gelaufen. Trainer Djuradj Vasic bringt die Lage des SV Wiesbaden auf den Punkt: „Wir haben mit dem sehr guten sportlichen Abschneiden die Vereinsstrukturen überfordert.“ Nachgebessert wird auch nicht. Die Regel, dass nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investiert werden muss, ist nicht so neu. Noch spielt der SV Wiesbaden in der Hessenliga. Das ist die fünfte Klasse von oben und für die Vereinshistorie mit Zwangsabstiegen, Neubeginn ganz unten sowie einer drohenden Insolvenz recht ordentlich. Bis zum 15. Mai haben die Verantwortlichen noch Zeit, dann muss die Meldung beim Fußball- Verband vorliegen, ob der Klub freiwillig zurückzieht. Sponsoren zu gewinnen. Aber wer kann und will die Lücke stopfen, die Hauptsponsor Andreas Reich mit dem Rückzug des wichtigsten Geldgebers, seines Unternehmens Kartina TV, schafft? Ohne Reich, in Personalunion Hauptsponsor und Präsident, wird dem Verein nur mit Reichs Euro-Zahlungen möglich. 500 000 Euro beträgt der Etat der Wiesbadener für die laufende Hessenliga-Spielzeit, den größten Teil gibt der Unternehmer, den derzeit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wegen Verstöße gegen Urheber- und exklusive Vermarktungsrechte nerven. Nicht alles, was Reichs TV-Kanäle bieten, soll in Ordnung gewesen sein. Seine Firma soll illegales Bezahlfernsehen betrieben haben. Ausgang offen. Fest steht sein Rückzug beim SV Wiesbaden am Saisonende. Dann enden vier Jahre Sponsoring. „Es war ein Projekt, und es war insgesamt erfolgreich“, sagt Vasic. Haber macht weiter und sucht nach Nachfolgern, die ähnlich wie Reich bereit sind, alleine oder zusammen eine sechsstellige Euro-Summe zu investieren.



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Alemannia Aachen: alte, neue Liebe

Von Martin Batzel

Der alte Tivoli lebt nur noch in der Erinnerung, aber wie. „Das ging schon in der Spielerkabine los. Da hast du schon die tobenden Fans über dir gehört.“ Alexander Klitzpera hat erlebt, wie es ist, wenn das Stadion im realen Wortsinne bebt, die Tribüne leicht wackelt, die Spieler schon beim Aufwärmen auf dem Rasen die Druckwellen aus dem S-Block spüren. Es ging noch weiter. Im schmalen Gang von den abinen nach draußen ins Stadion hingen rechts mit Aluminium verkleidete Heizungsrohre. Auf der Seite standen immer die Alemannia- Spieler, hämmerten im Takt, den die Fans vorgaben, an die Rohre. Es war Teil der psychologischen Kriegsführung vor dem Anpfiff und gleichzeitig legales Aufputschmittel als Vorbereitung auf den folgenden Wahnsinn. Der Flur, vielleicht eineinhalb Meter breit, ließ nicht viel Raum. Die Spieler beider Mannschaften, gleich wieviel sie verdienten, standen eng und Schulter an Schulter. „Natürlich gab es da immer wieder einen Schubser. Das war gewollt, wir wollten zeigen, wer der Herr im Haus ist. Man zeigt seine Dominanz von allen Seiten.“ So gewann Aachen dreimal hintereinander gegen Bayern München. Bei einem Sieg schoss Klitzpera sein einziges Bundesligator. Es war das 1:0 in der 10. Minute am 17. Februar 2007. Ein Poster in Großformat von Klitzperas Jubel hängt heute am Eingang zu den Geschäftsräumen im neuen Stadion.

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