Mike Frantz - „Es ist ein Privileg Fussballer zu sein“

Von Dominique Rossi
7Mike Frantz ist erwachsen geworden. Aus dem Jungen, der vor sechs Jahren den 1. FC Saarbrücken verließ, um in der großen, weiten Fußball-Welt sein Glück zu suchen, ist ein Mann geworden. 28 Jahre alt ist er mittlerweile, im Sommer hat er beim SC Freiburg einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Es könnte der letzte große Vertrag einer Karriere gewesen sein, die auf dem Praschenplatz der Folsterhöhe begann und in den umgebauten Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 richtig Fahrt aufnahm. „Ich habe viel Glück gehabt, ich bin ein privilegierter Mensch, da muss ich nicht lange drum rumreden“, sagt der 28-Jährige und erläutert: „Der Traum jedes kleinen Jungen, der einmal Fußball spielt, ist es doch Profi zu werden. Ich habe das geschafft. Dafür bin ich dankbar.“ Es ist eine überraschende Aussage für einen Spieler, der vor Jahren sogar als Kandidat für die Nationalmannschaft galt und der von zahlreichen englischen Top-Clubs beobachtet wurde. Aber zahlreiche Verletzungen warfen den Saarländer immer wieder aus der Bahn, in sechs Jahren in Nürnberg verpasste er rund ein Drittel aller möglichen Spiele: „Natürlich weiß ich, was England für ein Abenteuer gewesen wäre. Jeder, der Fußball liebt, weiß um die Atmosphäre auf der Insel. Aber gut, es hat nicht geklappt, weil ich ein paar Mal verletzt war, aber unter dem Strich habe ich mit 28 Jahren fast 120 Bundesliga-Spiele. Ich würde sagen, es gibt sehr, sehr viele Menschen, denen es schlechter geht als mir. Ich konnte meinen Traum zum Beruf machen und habe viel Geld verdient. Viel mehr als meine früheren Freunde und wohl die allermeisten in meinem Alter“, sagt Frantz.
 
Den saarländischen Dialekt hat er im Laufe der Jahre abgelegt, den Draht zur Heimat nie abgebrochen. Telefonate mit Eltern stehen vier bis fünf Mal die Woche an, Freundin Sara pendelt derzeit zwischen Saarbrücken und Freiburg, wo der Offensivakteur seit dem Sommer spielt. „Ich kenne keinen Saarländer, der nicht diese Bindung zur Heimat hat. Aber im Laufe der Zeit wird man reifer, lernt seine Grenzen kennen und richtet sich mit der Situation ein“, sagt Frantz und erzählt davon, dass er früher „bei jeder Gelegenheit ins Saarland“ gefahren ist. „Da war ein Geburtstag in der Familie oder der FCS hat gespielt. Wir hatten einen Tag frei und da bin ich 300 Kilometer hin und 300 Kilometer zurück gefahren. Heute mache ich das nicht mehr, weil ich gelernt habe, dass zu einem Profi mehr dazu gehört, als nur gut zu trainieren, sich gut zu ernähren und auch noch gut zu spielen. Heute beschäftige ich mich viel mehr mit dem kommenden Gegner, wir machen unheimlich viele Videostudien und ich gehe mit meinem Körper ganz anders um.“
 
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