Marcel Schäfer - Vom Dorfverein in die Nationalmannschaft

Vom Dorfverein in die Nationalmannschaft


Von Sebastian Rieth

Marcel-SchaeferEs gibt Momente, in denen kann Marcel Schäfer seine Neugier nicht unterdrücken. Dann vergisst er für einen Augenblick, dass er sich eigentlich für die neue Bundesliga-Saison quälen sollte, dass auf ihn noch eine kilometerlange Laufstrecke und schweißtreibende Minuten warten. Dann hält der 29-Jährige einfach mal an, sucht sich am Aschaffenburger Schönbusch ein geeignetes Plätzchen und schaut durch den kaputten Maschendrahtzaun. Was den deutschen Meister von 2009 so fasziniert: Eine Horde Regionalligakicker beim Feierabendtraining. Trotz seiner erfolgreichen Karriere hat der gebürtige Aschaffenburger seine Wurzeln nicht

vergessen. Die Viktoria, wo er von der C-Jugend bis zu seinem Wechsel ins Internat des TSV 1860 München das Kicken von der Pieke auf lernte, hat es ihm noch immer angetan. „Ich gehe da öfter vorbei und schaue durch den Zaun“, verrät Schäfer. Seine beiden Söhne toben sich dann im nahegelegenen Irrgarten aus, während der Papa an der Form für die neue Spielzeit mit dem VfL Wolfsburg bastelt. So war es eigentlich immer. Auch in diesem Sommer. Nach sieben Jahren in Niedersachsen ist er dort natürlich heimisch geworden und hat nur noch selten Zeit für eine Stippvisite in Straßbessenbach, wo sein Elternhaus steht. Dort begann er auf dem Sportplatz der Eintracht, praktisch um die Ecke, auch seine Fußballerkarriere. Immer dabei: Vater Markus Schäfer, zu den Aschaffenburger Hochzeiten, als die Viktoria einst noch in der zweiten Liga spielte, selbst Profi, später auch bei den Offenbacher Kickers. „In dieses Umfeld bin ich reingewachsen. Wenn man die vollen Stadien sieht, dann findet man das einfach nur toll und es ist klar, dass man seinem Vater nacheifert“, erinnert sich Marcel Schäfer. Er selbst hat es noch einen großen Satz weiter geschafft, wurde nicht nur Deutscher Meister mit dem VfL Wolfsburg, sondern auch Nationalspieler unter Bundestrainer Joachim Löw. Am 19. November 2008 debütierte

er bei der 1:2-Niederlage gegen England, sieben weitere Partien folgten. Der Außenverteidiger ist stolz: „Es war eine Ehre, für die Nationalelf zu spielen.“