Daniyel Cimen: „Ich will spektakulären Fußball bieten.“

Daniyel CimenVon Martin Batzel

„Eigentlich wäre ich ein Holländer“, sagt Daniyel Cimen. Aber so weit wäre es nur gekommen, hätte es sich sein Vater nicht noch im letzten Moment anders überlegt. Zusammen mit seiner Frau war er bereits auf dem Weg von seiner Heimat im Südosten der Türkei nach Enschede. Dort, in der Stadt nur wenige Kilometer entfernt von der niederländisch-deutschen Grenze, wartete neben einem gut bezahlten Job für den Gastarbeiter auch sein Bruder mit Familie. Daniyel Cimen, Trainer von Rot-Weiß Frankfurt, wäre eigentlich Holländer, wenn nicht der Cousin seines Vaters sich ebenfalls gemeldet hätte, als der Tross die Heimat schon verlassen hatte. Er habe gut bezahlte Arbeit im Rhein-Main-Gebiet gefunden, telefonierte er mühsam durch. Auch für Cimens Vater gebe es gute Jobs. Vater Cimen fällte eine Entscheidung. Und so endete die Reise schon nach zwei Drittel der Wegstrecke und die Familie fand im Rhein-Main-Gebiet, was das Familienoberhaupt für sich, seine Frau und die noch ungeborenen Kinder suchte: Arbeit, Wohnung und Freiheit im Glauben. Ein neues Leben in fester Behausung, nicht in selbstgebauten Hütten, frei von Verfolgung wegen ihrer christlichen Religion und ihrer Herkunft als Aramäer. Wie wäre Daniyel Cimens Weg verlaufen, wäre die Familie vor 40 Jahren an Frankfurt vorbei nach Enschede gezogen? Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte er einen niederländischen Pass. So aber ist er Deutscher, in Hanau geboren. „Ich fühle mich als deutscher Aramäer“, sagt er. Cimen versteht, warum Menschen vor Verfolgung fliehen und Deutschland als große Hoffnung sehen. Auch für seine Familie wurde Deutschland zu einer neuen Heimat. In der alten war er noch nie. Der Besuch steht auf der Liste der Dinge, die seine drei Geschwister und er noch gemeinsam erledigen wollen.

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