Siggi Dietrich - Der Pionier des Frauenfussballs

Siggi Dietrich – Manager, Vermarkter und Investor beim 1. FFC Frankfurt

von Michael Löffler

Siggi-DietrichEigentlich ist er ein ewiger Optimist: Doch an diesem 12. Mai 2013 war Siegfried Dietrich richtig niedergeschlagen. Der 1. FFC Frankfurt verlor am letzten Bundesligaspieltag gegen den FC Bayern München 1:2 und verpasste damit zum vierten mal in fünf Jahren die Teilnahme an der Champions League. Für den Manager des statistisch gesehen weiterhin erfolgreichsten Frauenfußballvereins Europas ein bitterer Augenblick. „Finanziell sind wir nach wie vor solide aufgestellt, unser Etat bleibt unverändert. Aber leider entgehen uns die Zusatzeinnahmen aus der Champions League“, sagt der Mann, der sich in der Vergangenheit die internationale Bühne wie kein anderer zur eigenen gemacht hat. Für Siggi, wie er überall genannt wird, ist die Champions League eine wichtige Geldquelle, eine Plattform, in der er seine Vision von der großen Attraktivität des Frauenfußballs ausleben kann. Nun muss er ein weiteres Jahr warten, um die Visitenkarte seines Vorzeigeprojektes 1. FFC Frankfurt erneut international präsentieren zu können.

Siegfried Dietrich ist ein Mann, der polarisiert. Von der Konkurrenz wurde er erst belächelt, dann beneidet und schließlich von einigen sogar gehasst: Als Sympathieträger würde er nicht überall durchgehen. Sein großer Gegenspieler Gerd Schröder, der seit 1971 den von ihm gegründeten Frauenfußballverein Turbine Potsdam trainiert und leitet, lässt keine Gelegenheit aus, um auf die moralischen Unterschiede zwischen dem „ehrlichen Ausbilder aus dem Osten“ und dem „Krösus aus der westlichen Banken-Metropole“ hinzuweisen. Doch selbst er wird Siggi Dietrich nicht absprechen, der weltweit geschickteste Manager im Frauenfußball zu sein.

Dietrich hat sich den finanziellen Erfolg hart erarbeitet. Er ist viel mehr als nur ein Sportmanager: Er ist auch der Vermarkter und Investor des Vereins, dem er ein festes Jahresbudget garantiert, er ist aber auch der Manager von einigen Spielerinnen. Den Vorwurf des Interessekonfliktes weist er zurück. „Ich mache einen großen Unterschied zwischen dem Manager einer Spielerin und einem Spielervermittler. Für den Letztgenannten geht es im Männerfußball hauptsächlich darum, den Spieler von einem Verein zum anderen zu vermitteln, um dafür abzusahnen. Ich selbst zeige den Spielerinnen, was sie im Verein und außerhalb des Spielfeldes mit Werbung, Marketing oder der richtigen PR besser machen können, um finanziell auf einen grünen Zweig zu kommen.“

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