Helmut Spahn: Präsident mit klarer Kante

Von Martin Batzelhelmut Spahn



Wäre Helmut Spahn pünktlich gewesen – vielleicht hätten die Offenbacher Kickers heute einen anderen Präsidenten. Zu viel Konjunktiv hilft aber auch nicht weiter und „Hätte, Wenn und Aber, ist eh alles nur blödes Gelaber.“ Sagt jedenfalls Hermann Gerland, Co-Trainer beim FC Bayern München. Aber wäre Spahn Anfang September 2015 nicht erst eine Viertelstunde nach Anpfiff am Bieberer Berg angekommen, hätte die Kasse für Block zwei noch geöffnet gehabt und er sich ein Stehplatzticket gekauft. So aber bleibt nur die Haupttribüne. Dort sitzt schon Remo Kutz, früher Präsidentschaftskandidat des OFC, heute Geschäftsführer und ruft quer über die Reihen: „Helmut, komm‘ doch hierher.“ Gemeinsam sehen sie das 2:1 gegen Spielberg. Volker Goll setzt sich zu ihnen. Er kommt von der Waldemar- Klein-Tribüne herüber, eigentlich ist Spahn mit dem Urgestein der Kickers-Fan-Szene dort verabredet. Sie kennen sich aus der Zeit Spahns als Sicherheitsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes. Goll arbeitet als stellvertretender Leiter der KOS, der Koordinationsstelle Fanprojekte. Und noch bevor die Kickers das Spiel nach einem Rückstand drehen – das ist knapp zehn Minuten vor dem Schlusspfiff - wird die entscheidende Frage gestellt: „Helmut, kannst du dir vorstellen, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren?“ Spahn sagt ja. Gut zweieinhalb Monate später wählen ihn 95 Prozent der Mitglieder bei der Hauptversammlung ins Amt.