Thomas Kalt: Ex-Vize der Kickers bricht sein Schweigen

Von Martin Batzel

thomaskaltViele Wege führen zum Bieberer Berg – von der Autobahn aus über die B 448, vom Stadtteil Bieber über die Aschaffenburger Straße oder von der Stadtmitte über die Bieberer Straße hinauf auf die Anhöhe. Hinzu kommen noch ein paar Schleichwege zum Stadion, das in der Mundart auch heute nur „Bieberä Bärsch“ heißt - mit sehr kurzem „ä“ auf dem „ä“ in „Bärsch“. Kaum ein Mensch sagt „Sparda-Bank-Hessen-Stadion“.

Viele Wege führen hin, aber mindestens ebenso viele führen vorbei. Thomas Kalt kennt sie alle – die zum „Bärsch“ und die weit daran vorbei. Zwei Jahre lang meidet er das Stadion, das er kennt wie kein anderer, fährt weite Umwege nach dem Abschied 2012, der ihn heute noch schmerzt: „Ich bin damals traumatisch ausgeschieden.“

Thomas Kalt ist immer noch vorsichtig. Für das Gespräch bittet er um einen Termin außerhalb Offenbachs. Wir treffen uns im Restaurant eines Hotels in Frankfurt. Wenig Betrieb, nur drei Gäste, ruhig, anonym. Kalt wohnt auch nicht mehr in Offenbach, dafür gibt es private Gründe. Aber er wohnt weiter in der Nähe. Den genauen Ort möchte er weder hier noch sonst wo lesen. Main-Kinzig-Kreis muss genügen. Wenn er heute öffentlich auftritt, dann nicht mehr im Rhein-Main-Gebiet. Kalt ist als Geschäftsführer seiner Firma für Autolacke in Cottbus seit 26 Jahren  am Markt und eines von zwei Präsidiumsmitgliedern des Fußball-Drittligisten Rot-Weiß Erfurt. Das genügt ihm an Öffentlichkeit. Denn in Offenbach ist er derjenige, dem viele Menschen die Hauptschuld am wirtschaftlichen Niedergang der Kickers geben.

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Anstoss-Ausgabe – erhältlich im Einzelhandel, an Kiosken, Tankstellen oder als Abo. Bestellung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Helmut Spahn: Präsident mit klarer Kante

Von Martin Batzelhelmut Spahn



Wäre Helmut Spahn pünktlich gewesen – vielleicht hätten die Offenbacher Kickers heute einen anderen Präsidenten. Zu viel Konjunktiv hilft aber auch nicht weiter und „Hätte, Wenn und Aber, ist eh alles nur blödes Gelaber.“ Sagt jedenfalls Hermann Gerland, Co-Trainer beim FC Bayern München. Aber wäre Spahn Anfang September 2015 nicht erst eine Viertelstunde nach Anpfiff am Bieberer Berg angekommen, hätte die Kasse für Block zwei noch geöffnet gehabt und er sich ein Stehplatzticket gekauft. So aber bleibt nur die Haupttribüne. Dort sitzt schon Remo Kutz, früher Präsidentschaftskandidat des OFC, heute Geschäftsführer und ruft quer über die Reihen: „Helmut, komm‘ doch hierher.“ Gemeinsam sehen sie das 2:1 gegen Spielberg. Volker Goll setzt sich zu ihnen. Er kommt von der Waldemar- Klein-Tribüne herüber, eigentlich ist Spahn mit dem Urgestein der Kickers-Fan-Szene dort verabredet. Sie kennen sich aus der Zeit Spahns als Sicherheitsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes. Goll arbeitet als stellvertretender Leiter der KOS, der Koordinationsstelle Fanprojekte. Und noch bevor die Kickers das Spiel nach einem Rückstand drehen – das ist knapp zehn Minuten vor dem Schlusspfiff - wird die entscheidende Frage gestellt: „Helmut, kannst du dir vorstellen, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren?“ Spahn sagt ja. Gut zweieinhalb Monate später wählen ihn 95 Prozent der Mitglieder bei der Hauptversammlung ins Amt.

Rolf Hocke: Ich wollte immer etwas bewegen

Von Thorsten Siegmund
rolf hockeDas Gespräch dauert etwa zwei Stunden, und es würde wahrscheinlich noch länger gehen, wenn Rolf Hocke nicht schon zum nächsten Termin eilen müsste. Der Zeitplan ist eng. Das hat sich auch im fortgeschrittenen Alter nicht geändert. Im August ist Hocke 73 Jahre alt geworden. Eigentlich längst Zeit für die Rente. Die gibt es im Fußball aber nicht und erst recht nicht, wenn man ein Amt gerne ausübt. Bei Rolf Hocke ist das so. Der Nordhesse ist seit 18 Jahren Präsident des Hessischen Fußball Verbandes (HFV). Er macht viel und er hat viel zu erzählen. Über seine Begegnungen mit Fußballgrößen wie dem Kaiser Franz Beckenbauer oder Ex-FIFA-Präsident Joseph Blatter. Über seine inzwischen über 40 Jahre andauernde ehrenamtliche Tätigkeit als Funktionär. Und seinen bevorstehenden Abschied als Präsident des viertgrößten Fußball-Landesbandes der Republik - gemessen an den Mitgliederzahlen.

»» Den kompletten Artikel finden Sie in unserer Aktuellen Ausgabe des Anstoss